Freitag, 9. Januar 2009

Angemessene Mietkosten bei Alg2 (Hartz4)

Immer wieder streiten sich die Gemüter über die Berechnung der angemessenen Mietkosten, aber auch Heizkosten bei Alg2-Empfängern.
Nachfolgend möchte ich hier ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Jedoch sei anzumerken, dass diese Ausführung möglichst allgemein behandelt wird, da örtliche Gegebenheiten und Vorgehensweisen eine große Rolle spielen.

Unterscheidung Kosten der Unterkunft und Heizung

Bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Alg2/Hartz4) wird zwischen den Miet- und Heizkosten unterschieden. Weshalb dies wichtig ist, wird später noch genau erläutert.

Mietkosten:
Die Mietkosten beinhalten die reine Nettokaltmiete, sowie die verbrauchsunabhängigen und verbrauchsabhängigen Nebenkosten. Verbrauchsabhängig sind hierbei Wasser/Abwasser, sowie Müllgebühren.
Zu den Verbrauchsunabhängigen Nebenkosten zählen all die Beträge, die durch den eigenen Verbrauch nicht beeinflusst werden können, wie z.B. Grundsteuer, Gebäudeversicherung usw.

Heizkosten:
Zu den Heizkosten zählen alle Kosten, die im Rahmen der Beheizung der Wohnung anfallen. Dies wären insbesondere der Energieverbrauch, jedoch aber auch Kosten für den Betrieb und die Wartung der Heizungskosten.

Berechnung der angemessenen Kosten bei Alg2-Bezug

Auch hier muss eine Unterscheidung zwischen den Miet- und Heizkosten vorgenommen werden.
Mietkosten:
Die angemessene Nettokaltmiete orientier sich an dem allgemein gültigen Mietspiegel. Hierbei wird für eine Person eine angemessene Wohnfläche von 45 qm vorausgesetzt, für jede weitere Person werden 15 qm dazu addiert.
Ausgehend von dem durchschnittlichen Quadratmeterpreis (untere Baualtersklasse) kann somit die angemessene Nettokaltmiete errechnet werden.
Anders verhält es sich bei den verbrauchsunabhängigen Nebenkosten, hier sind grundsätzlich alle Kosten übernahmefähig, soweit die rechtlich auf den Mieter umgelegt werden können. Jedoch muss auch beachtet werden, dass bei zu großer Wohnfläche diese Kosten nur anteilig für die angemessene Wohnfläche berücksichtigt werden können.
Die verbrauchsabhängigen Nebenkosten (Wasser/Abwasser, Müllgebühren) richten sich nach den örtlichen Durchschnittswerten. Dies wäre direkt vor Ort zu erfragen.

Heizkosten:
Bei den Heizkosten sollte eine Differenzierung zwischen Energieart, Wohnfläche und Baujahr (baulicher Zustand des Gebäudes) vorgenommen werden. Eine Altbauwohnung hat eben aufgrund der schlechteren Bausubstanz einen anderen Energiebedarf, als eine Neubauwohnung nach aktuellem Standart.
Auch hier sind nur Kosten für die angemessene Wohnfläche berücksichtigungsfähig.

Warum ist eine Unterscheidung wichtig?

Bei unangemessenen Mietkosten (Alg2) muss eine sechsmonatige Frist gesetzt werden, um die Kosten in geeigneter Form zu senken. Dies betrifft sowohl die Nettokaltmiete, wie auch die verbrauchsunabhängigen und –abhängigen Kosten.
Beginn der 6-Monatsfrist ist die Mitteilung an den Leistungsempfänger.

Diese Produkttheorie gilt jedoch nicht für Heizkosten. Sind diese unangemessen, können Leistungen bereits von Beginn an nur in angemessener Höhe berücksichtigt werden.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ist doch alles Mist. Habe seit Jahren die gleiche Wohnung mit ungefähr dem selben Verbrauch. Doch bei der letzten Nebenkostenabrechnung die die Arge von mir haben wollte meinte sie das ich doch meine Nebenkosten senken oder mir eine andere Wohnung suchen soll. Die Checken bei den Nebenkosten genau so wenig wie bei den täglichen ausgaben wie Essen & co. nicht das die Preise stätig steigen. Mit uns können die es ja machen denn den Mund aufmachen traut sich ja keiner aufgrund von Sanktionen und einer noch schäbigeren Behandlung seitens der Arge.