Donnerstag, 11. Dezember 2008

Existenzgründung durch selbständige Tätigkeit

Während vor Jahren noch Schlagwörter wie „Ich-AG“ und „Überbrückungsgeld“ die Runden machten, wurde zum 01.01.2006 eine Neuregelung vorgenommen. Der Gründungszuschuss war geboren.
Doch worin unterscheidet sich dieser nun von den bisherigen Arbeitsmarktinstrumenten? Die Antwort hierauf ist eigentlich sehr einfach, wenn auch nicht wirklich zufriedenstellend:

Anspruch auf Gründungszuschuss hat nur noch derjenige, der Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 hat. Insofern wurden die Empfänger von Alg 2 (sofern sie nicht auch gleichzeitig Alg 1 beziehen) von der Fördermöglichkeit ausgeschlossen. Über Sinn und Zweck dieser Neuregelung ließe sich natürlich wieder reichhaltig diskutieren.

Der Gründungszuschuss:

Grundsätzlich gliedert sich der Gründungszuschuss in zwei Phasen, die Grundförderung und die Aufbauförderung. Bei der Grundförderung wird für die Dauer von 9 Monaten das Arbeitslosengeld 1 weiterbezahlt. Hierzu erhält man zusätzlich eine monatliche Pauschale von 300 EUR zur Deckung der Sozialversicherungsbeiträge.
Die Aufbauförderung kann unter Umständen nach Ablauf der 9 Monate beantragt werden. Sie ist befristet auf 6 Monate und umfasst nur noch die Pauschale von monatlich 300 EUR für die Sozialversicherung.

Geförderte Tätigkeiten:


Grundsätzlich werden alle Tätigkeiten gefördert, egal ob es sich um eine selbständige oder freiberufliche Tätigkeit handelt. Sollten bei gewissen Tätigkeiten fachliche Voraussetzungen benötigen (bestimmte Qualifikation), dann müssen diese selbstverständlich erfüllt sein.

Nicht geförderte Tätigkeiten:

Nicht gefördert werden sogenannte Scheinselbständigkeiten, wo nur ein Kunde vorhanden ist und die Gewinnung neuer Kunden nicht beabsichtigt ist (zumeist bei Subunternehmern der Fall). Außerdem wird die Tätigkeit eines Handelsvertreters nicht gefördert.

Voraussetzungen:

Grundsätzlich muss erst mal ein Businessplan aufgestellt und vorgelegt werden. Außerdem muss der Alg1-Anspruch noch mindestens 3 Monate bestehen, danach ist eine Gründungsförderung nicht mehr möglich. Sollte der zuständige Sachbearbeiter Zweifel an der unternehmerischen Fähigkeit haben, wäre ein sogenanntes Profiling und ggf. Weiterbildungsmaßnahmen zu absolvieren.