Donnerstag, 18. Dezember 2008

Die Wohngeldreform 2009 (auch wichtig für Empfänger von Alg2 / Hartz4)

Zum 01.01.2009 tritt die neue Wohngeldreform in Kraft. Eindeutig im Vordergrund steht hierbei die Anhebung des Wohngeldes. Insbesondere soll durch die Anhebung der Ausschluss von anderen Transferleistungen (z.B. SGB II und SGB XII) herbeigeführt werden.

Doch was genau ändert sich denn zum 01. Januar 2009?


Anhebung der Höchstsätze

Die maximal zuschussfähige Mieten (Höchstsätze) werden um 10% erhöht.


Heizkosten fließen mit ein

Erstmals werden bei der Wohngeldberechnung auch Pauschalen für Heizkosten eingebunden. Diese Pauschalen sind jedoch unabhängig von den tatsächlichen Heizkosten.


Wegfall der bisherigen Baualterklassen

Hiervon sollen offenbar insbesondere Wohngeldempfänger profitieren, die in Wohnungen leben, die vor dem Jahr 1992 fertig gestellt wurden.


Änderung der Berechnungsformel

Durch die Änderung der Berechnungsformel wird eine Erhöhung von ca. 8% herbeigeführt.


Alles in allem kann also davon ausgegangen werden, dass sich der Wohngeldbetrag ab 01.01.2009 drastisch erhöhen wird. Vor allem dient dies dazu, sogenannte Aufstocker aus dem Alg2-Bezug zu bekommen.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Existenzgründung durch selbständige Tätigkeit

Während vor Jahren noch Schlagwörter wie „Ich-AG“ und „Überbrückungsgeld“ die Runden machten, wurde zum 01.01.2006 eine Neuregelung vorgenommen. Der Gründungszuschuss war geboren.
Doch worin unterscheidet sich dieser nun von den bisherigen Arbeitsmarktinstrumenten? Die Antwort hierauf ist eigentlich sehr einfach, wenn auch nicht wirklich zufriedenstellend:

Anspruch auf Gründungszuschuss hat nur noch derjenige, der Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 hat. Insofern wurden die Empfänger von Alg 2 (sofern sie nicht auch gleichzeitig Alg 1 beziehen) von der Fördermöglichkeit ausgeschlossen. Über Sinn und Zweck dieser Neuregelung ließe sich natürlich wieder reichhaltig diskutieren.

Der Gründungszuschuss:

Grundsätzlich gliedert sich der Gründungszuschuss in zwei Phasen, die Grundförderung und die Aufbauförderung. Bei der Grundförderung wird für die Dauer von 9 Monaten das Arbeitslosengeld 1 weiterbezahlt. Hierzu erhält man zusätzlich eine monatliche Pauschale von 300 EUR zur Deckung der Sozialversicherungsbeiträge.
Die Aufbauförderung kann unter Umständen nach Ablauf der 9 Monate beantragt werden. Sie ist befristet auf 6 Monate und umfasst nur noch die Pauschale von monatlich 300 EUR für die Sozialversicherung.

Geförderte Tätigkeiten:


Grundsätzlich werden alle Tätigkeiten gefördert, egal ob es sich um eine selbständige oder freiberufliche Tätigkeit handelt. Sollten bei gewissen Tätigkeiten fachliche Voraussetzungen benötigen (bestimmte Qualifikation), dann müssen diese selbstverständlich erfüllt sein.

Nicht geförderte Tätigkeiten:

Nicht gefördert werden sogenannte Scheinselbständigkeiten, wo nur ein Kunde vorhanden ist und die Gewinnung neuer Kunden nicht beabsichtigt ist (zumeist bei Subunternehmern der Fall). Außerdem wird die Tätigkeit eines Handelsvertreters nicht gefördert.

Voraussetzungen:

Grundsätzlich muss erst mal ein Businessplan aufgestellt und vorgelegt werden. Außerdem muss der Alg1-Anspruch noch mindestens 3 Monate bestehen, danach ist eine Gründungsförderung nicht mehr möglich. Sollte der zuständige Sachbearbeiter Zweifel an der unternehmerischen Fähigkeit haben, wäre ein sogenanntes Profiling und ggf. Weiterbildungsmaßnahmen zu absolvieren.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Arm trotz Beschäftigung

Mal weider habe ich in der Zeitung einen Bericht gelesen, der einer Bankrotterklärung unserer Gesellschaft gleich kommt.

In der Main-Rheiner-Zeitung vom 05.12.2008 war folgendes zu lesen:

NÜRNBERG (dpa) Immer weniger Menschen können von ihrem Lohn allein leben
und
sind zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Allein von Januar bis
Ende Juli 2008 sei die Zahl der so genannten Aufstocker um 64736 auf 1,352
Millionen gestiegen, so eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA).


Irgenwie kam mir das doch gleich bekannt vor, schließlich ist eine große Zahl der von mir betreuten leistungsempfänger erwerbstätig. Ein nicht unerheblicher Anteil sogar in Vollzeit.

Im Grunde genommen stellt dies doch eine Bankrotterklärung unserer Gesellschaft dar, wenn der hart erarbeitete Lohn nicht mal mehr zum Leben reicht.

Betroffen sind hier wie immer die Familien mit Kindern, schließlich sind Kinder inzwischen doch mehr oder minder zu einem Armutsfakrot geworden.

Das einzige was da hilft, sind entweder Mindestlöhne in allen Bereichen, oder aber eine bessere Familienförderung.